So lesen und verstehen Sie das Verhalten Ihres Hundes (Teil 1)

24. Mär 2026

Aktualisiert am 15. Oktober 2026

Kurz gesagt: Der Hund kommuniziert vor allem mit seinem Körper. Um ihn zu verstehen, beobachten Sie das Gesamtbild (Ohren, Blick, Maul, Haltung, Rute) statt eines einzelnen Details und berücksichtigen Sie den Kontext und seine Persönlichkeit. Ein weicher Blick und ein lockerer Körper zeigen einen entspannten Hund; ein starrer Blick, ein fest geschlossener Kiefer und ein steifer Körper einen angespannten. Gut sichtbares Augenweiß („Walauge“) bedeutet oft, dass er sich in die Enge getrieben fühlt: Lassen Sie ihm Raum.

Entspannter Hund, der sein Herrchen ansieht
Foto: Pixabay / sweetlouise

Die 3 Regeln, um seinen Hund richtig zu lesen

1

Der ganze Körper

Eine wedelnde Rute reicht nicht: Achten Sie auch auf Ohren, Augen, Maul und Haltung.

2

Der Kontext

Was passiert drumherum? Ein Geräusch, ein Artgenosse, eine Hand, die sich nähert?

3

Das Individuum

Alter, Rasse, Vorgeschichte, Gesundheit: Jeder Hund drückt sich auf seine Weise aus.

Hunde empfinden Emotionen (Angst, Freude, Frust …), und das Gesetz erkennt Tiere als fühlende Mitgeschöpfe an. Aber sie drücken sie nicht so aus wie wir: Knurren oder Beißen kommt meist dann, wenn die feineren Signale nicht verstanden wurden.

Wie begrüßt mich mein Hund?

Begrüßungsstrecken. Er streckt sich gemütlich, wenn Sie heimkommen, mit weichem Blick und entspannten Ohren: Er freut sich, Sie zu sehen.

Wackelnder Körper. Hüpfender Gang, wackelndes Hinterteil, Rute in weiten Bewegungen, lockerer Körper: Freude und Interesse.

Aufmerksamkeit. Schief gelegter Kopf, Ohren nach vorn, aufmerksamer Blick: Er hört zu und versucht zu verstehen.

Das Beschnüffeln. Sich gegenseitig am Hinterteil zu beschnüffeln, ist die normale Art, sich kennenzulernen. Eine entspannte Begegnung bleibt kurz, mit lockeren Körpern; ein Hund, der erstarrt oder sich abwendet, möchte sie beenden.

Was sagt der Blick meines Hundes?

Immer zusammen mit dem restlichen Körper lesen: Ein einzelnes Anzeichen reicht nicht.
Blick Wie er aussieht Was er oft ausdrückt
Weich Mandelförmige Augen, entspannte Lider, kurzer Blickkontakt Ruhe, Vertrauen
Starr, hart Fester Blick, regungsloser oder steifer Körper, fest geschlossener Kiefer Anspannung, Warnung: nicht weiter bedrängen
Walauge Kopf abgewandt, aber die Augen folgen, Augenweiß sichtbar Unbehagen, fühlt sich in die Enge getrieben
Vermiedener Blick Schaut weg, blinzelt, Blick aus dem Augenwinkel Beschwichtigung, leichtes Unbehagen
„Hundeblick“ Innere Augenbrauen angehoben, Blick zu Ihnen Kontaktaufnahme, Aufforderung

Schon gewusst? Hunde haben über dem Auge einen kleinen Muskel, der beim Wolf fast fehlt und mit dem sie die Innenseite der Augenbraue anheben können. Laut Kaminski et al. (2019) hat sich dieser „Hundeblick“ im Zusammenleben mit dem Menschen entwickelt.

Liegender Hund mit ruhigem Blick
Foto: Pixabay / enjoychris

Testen Sie sich

Mini-Quiz

Ihr Hund wendet den Kopf ab, folgt Ihnen aber mit den Augen, das Augenweiß ist sichtbar. Was tun Sie?

1Ihre Reaktion:

Beantworten Sie die Frage: Das Ergebnis erscheint hier.

Gut erkannt

Das ist ein „Walauge“: Er fühlt sich in die Enge getrieben. Raum zu lassen verhindert, dass die Spannung steigt. Siehe auch die Beschwichtigungssignale.

Nicht ideal

Sein Blick sagt, dass er sich unwohl fühlt. Weiter bedrängen oder schimpfen kann ihn zum Knurren bringen. Treten Sie zurück und lassen Sie ihn zu Ihnen kommen.

Weiter geht's: Haltung, Maul und Rute (Teil 2).

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass mein Hund entspannt ist?

Weicher Blick, Ohren in natürlicher Position, leicht geöffnetes, lockeres Maul, entspannter Körper und entspannte Rute.

Was bedeutet das Walauge beim Hund?

Ist das Augenweiß gut sichtbar, während der Kopf abgewandt ist, fühlt sich der Hund oft unwohl oder in die Enge getrieben. Lassen Sie ihm Raum.

Sollte man seinem Hund in die Augen schauen?

Ein weicher, kurzer Blick bei einem Hund, der Sie kennt: ja. Einen fremden Hund anzustarren, kann ihn dagegen verunsichern.

Warum beschnüffeln sich Hunde am Hinterteil?

So stellen sie sich einander vor: Die Gerüche verraten ihnen viel über den anderen Hund.