So lesen und verstehen Sie das Verhalten Ihres Hundes (Teil 1)
Aktualisiert am 15. Oktober 2026
Kurz gesagt: Der Hund kommuniziert vor allem mit seinem Körper. Um ihn zu verstehen, beobachten Sie das Gesamtbild (Ohren, Blick, Maul, Haltung, Rute) statt eines einzelnen Details und berücksichtigen Sie den Kontext und seine Persönlichkeit. Ein weicher Blick und ein lockerer Körper zeigen einen entspannten Hund; ein starrer Blick, ein fest geschlossener Kiefer und ein steifer Körper einen angespannten. Gut sichtbares Augenweiß („Walauge“) bedeutet oft, dass er sich in die Enge getrieben fühlt: Lassen Sie ihm Raum.

Die 3 Regeln, um seinen Hund richtig zu lesen
Der ganze Körper
Eine wedelnde Rute reicht nicht: Achten Sie auch auf Ohren, Augen, Maul und Haltung.
Der Kontext
Was passiert drumherum? Ein Geräusch, ein Artgenosse, eine Hand, die sich nähert?
Das Individuum
Alter, Rasse, Vorgeschichte, Gesundheit: Jeder Hund drückt sich auf seine Weise aus.
Hunde empfinden Emotionen (Angst, Freude, Frust …), und das Gesetz erkennt Tiere als fühlende Mitgeschöpfe an. Aber sie drücken sie nicht so aus wie wir: Knurren oder Beißen kommt meist dann, wenn die feineren Signale nicht verstanden wurden.
Wie begrüßt mich mein Hund?
Begrüßungsstrecken. Er streckt sich gemütlich, wenn Sie heimkommen, mit weichem Blick und entspannten Ohren: Er freut sich, Sie zu sehen.
Wackelnder Körper. Hüpfender Gang, wackelndes Hinterteil, Rute in weiten Bewegungen, lockerer Körper: Freude und Interesse.
Aufmerksamkeit. Schief gelegter Kopf, Ohren nach vorn, aufmerksamer Blick: Er hört zu und versucht zu verstehen.
Das Beschnüffeln. Sich gegenseitig am Hinterteil zu beschnüffeln, ist die normale Art, sich kennenzulernen. Eine entspannte Begegnung bleibt kurz, mit lockeren Körpern; ein Hund, der erstarrt oder sich abwendet, möchte sie beenden.
Was sagt der Blick meines Hundes?
| Blick | Wie er aussieht | Was er oft ausdrückt |
|---|---|---|
| Weich | Mandelförmige Augen, entspannte Lider, kurzer Blickkontakt | Ruhe, Vertrauen |
| Starr, hart | Fester Blick, regungsloser oder steifer Körper, fest geschlossener Kiefer | Anspannung, Warnung: nicht weiter bedrängen |
| Walauge | Kopf abgewandt, aber die Augen folgen, Augenweiß sichtbar | Unbehagen, fühlt sich in die Enge getrieben |
| Vermiedener Blick | Schaut weg, blinzelt, Blick aus dem Augenwinkel | Beschwichtigung, leichtes Unbehagen |
| „Hundeblick“ | Innere Augenbrauen angehoben, Blick zu Ihnen | Kontaktaufnahme, Aufforderung |
Schon gewusst? Hunde haben über dem Auge einen kleinen Muskel, der beim Wolf fast fehlt und mit dem sie die Innenseite der Augenbraue anheben können. Laut Kaminski et al. (2019) hat sich dieser „Hundeblick“ im Zusammenleben mit dem Menschen entwickelt.

Testen Sie sich
Weiter geht's: Haltung, Maul und Rute (Teil 2).
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass mein Hund entspannt ist?
Weicher Blick, Ohren in natürlicher Position, leicht geöffnetes, lockeres Maul, entspannter Körper und entspannte Rute.
Was bedeutet das Walauge beim Hund?
Ist das Augenweiß gut sichtbar, während der Kopf abgewandt ist, fühlt sich der Hund oft unwohl oder in die Enge getrieben. Lassen Sie ihm Raum.
Sollte man seinem Hund in die Augen schauen?
Ein weicher, kurzer Blick bei einem Hund, der Sie kennt: ja. Einen fremden Hund anzustarren, kann ihn dagegen verunsichern.
Warum beschnüffeln sich Hunde am Hinterteil?
So stellen sie sich einander vor: Die Gerüche verraten ihnen viel über den anderen Hund.